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Presse
02.03.2011, 16:36 Uhr | Frankfurter Rundschau / Alina-Louise Kramer Übersicht | Drucken
Stadt, Land, Regionaltangente
Kommunalwahl 2011 Stadt, Land, Regionaltangente Frankfurts Stadtteile im Wahlkampf: Dem nordwestlichen Ortsbeirat 8 bleiben auch nach dem 27. März die großen Themen erhalten. Als Erbe - oder Altlast.


Die Aufgaben des Ortsbeirats 8 werden wohl auch nach der Kommunalwahl am 27. März dieselben wie jetzt bleiben: „Druck machen“ auf die Fraktionen im Römer will der Spitzenkandidat der SPD, Jürgen-Heinrich Schmidt. Bei der Stadt dauere „vieles sehr lange“, bestätigt die Fraktionsvorsitzende der CDU, Christiane Schubring. Deswegen wollen die Parteien im Nordwesten ihre Anliegen weiterhin mit Nachdruck verfechten.


Die Ortsumfahrung Praunheim und die Regionaltangente West (RTW) „hängen über uns“, erklärt Schubring. Im Streit über die Routenführungen sieht sie denn auch das „größte Konfliktpotenzial“ im zukünftigen Ortsbeirat.

Wie Eberhard Stelter, der für die FDP im Ortsbeirat sitzt und auf Listenplatz 1 erneut antritt, befürwortet sie „die große Tunnellösung“ für Umfahrung und RTW. Die Grünen hingegen wollen sich „in keinster Weise“ damit abfinden, dass der Verlauf die Nordweststadt zerschneiden könnte, betont deren Fraktionsvorsitzender Erik Harbach. Die SPD will für die Umfahrung den Tunnel, für die RTW ziehe sie eine „Alternativstreckenprüfung“ in Erwägung, wie Ortsbeiratsmitglied Hans Creß sagt.

Was für die Jugend

Gemeinsame Hoffnungen haben die Fraktionen, was den städtebaulichen Wettbewerb in der Nordweststadt angeht. Der Spitzenkandidat der Linken, Michael Greiner, betont: „Es muss am besten was für die Jugend gemacht werden.“ Im ganzen Ortsbezirk sei „so gut wie nichts vorhanden“. Speziell die Nordweststadt müsse „belebt werden“, das Kleine Zentrum in der Thomas-Mann-Straße müsse sich „zu einem Ort, wo Familien sich begegnen“ werden, fordert auch Schubring. Die Grünen wollen das Gemeindezentrum im Gerhard-Hauptmann-Ring endlich wieder mit Leben füllen, „einen Kontrapunkt zum Nordwestzentrum setzen“, wie Harbach sagt.

Wie die Vertreter von CDU und SPD ist er der Meinung, dass die „großen Freiflächen“, die das große Plus in der Nordweststadt seien, nicht bebaut werden dürften. Auch die Nidda sei „weiterhin auf der Agenda“ der Grünen. Die Wasserqualität des Flusses müsse verbessert werden, damit Wassersport und Baden dort möglich seien. „Man muss sich auch Ziele setzen, die ein bisschen weiter weg sind“, formuliert es der 41-Jährige.

Gleichbleibende Ziele verfolgt auch Creß. Er pocht „wie schon beim letzten Mal“ auf besseren Lärmschutz der Anwohner an der Rosa-Luxemburg-Straße und an der A5. Sein Parteikollege Schmidt will sich der Verkehrsprobleme „von einzelnen Ampelanlagen“ bis hin zur Entspannung der Verkehrssituation am Hammarskjöldring annehmen. Darüber hinaus fordert er die Verbesserung des Ganztagsangebotes und die Sanierung der Schulen. Auch der Ortskern von Niederursel müsse im Rahmen des Projekts „Schöneres Frankfurt“ aufgewertet werden.

Kein Mut für die Grünen

„In den Zielen unterscheiden wir uns nicht groß“, erklärt Schubring. Auch die FDP um Stelter macht sich für „eine konstruktive Stadtteilpolitik“ stark. Schmidt ist überzeugt, dass „die Kooperation im Ortsbeirat auch in der nächsten Wahlperiode geräuschlos“ und im besten Sinne der Bürger vonstattengehen werde. Harbach hingegen bemängelt: „Den Anderen fehlt der Mut, auch mal was mit den Grünen machen zu wollen“. Und auch Greiner fühlt sich „noch nicht ernst genommen“. Dabei unterschieden sich seine Anträge inhaltlich kaum von denen der „Etablierten“.
Doch trotz dieser diversen größeren und kleineren Unstimmigkeiten, in einem Punkt sind sich eben doch alle über alle Parteigrenzen hinweg einig: „Bei der Stadt dauert es verdammt lange“, bestätigt Harbach.

Die Fraktionen im Römer hätten die Stadtteile „aus den Augen verloren“, glaubt auch Greiner. Dabei seien es doch gerade die Politiker vor Ort, die die „wichtigen Interessen“ besser im Auge hätten. Und die wollen die Mitglieder des Ortsbeirats 8 den Vertretern der Stadt in der neuen Wahlperiode wieder und wieder ins Gedächtnis rufen.

Artikel URL: http://www.fr-online.de/frankfurt/stadt--land--regionaltangente/-/1472798/7551586/-/index.html

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Der Achter

Der Ortsbeirat 8 repräsentiert die Stadtteile Nordweststadt, Niederursel, Heddernheim und einen kleinen Teil von Praunheim mit 19 Mitgliedern.

Den Ortsvorsteher Klaus Nattrodt stellte in der letzten Wahlperiode als bisher stärkste Fraktion mit sieben Mandaten die CDU. Die SPD hatte als zweitstärkste Kraft fünf Sitze, die Grünen drei. FDP, die Linke, Freie Wähler und Republikaner konnten je einen Vertreter entsenden.

Nicht mehr antreten wird mit Reinhard Henß der derzeitige Fraktionsvorsitzende der SPD. Auch seine Parteikollegin Rita Peter zieht sich aus dem Ortsbeirat zurück. Bei der CDU verzichten Ilse Kerssebaum, Piet Henningsen und Jürgen Bartoschek. Die Grünen Yvonne Gondolf und Abdul Amanullah treten nur noch auf den Plätzen 6 und 9 an.

Auf den Nachwuchs setzen die drei bisher größten Fraktionen. Mit Björn Bäuchle und Mona Damian auf Listenplatz 2 und 3 setzen die Grünen auf zwei Studierende. Die CDU schickt die Heddernheimer Abiturientin Sophie Brunner auf Platz 9 ins Rennen, bei der SPD ist die 24-jährige Sozialpädagogin Linda Burkert die Nummer 12. (lou)


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